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Tom Rösgen

Achat Hotels

Mit meinem Ansatz „Silent Sustainability“ beschäftige ich mich mit der Frage, wie sich Nachhaltigkeit im Hotelalltag so vermitteln und umsetzen lässt, dass Mitarbeitende und Gäste sie nachvollziehen und möglichst selbstverständlich mittragen können.

Meine Überzeugung ist: Veränderungen funktionieren besonders gut, wenn sie praktikabel sind, verstanden werden und sich sinnvoll in bestehende Abläufe integrieren lassen. Deshalb möchte ich Nachhaltigkeit nicht über Verzicht oder moralische Appelle vermitteln, sondern über konkrete Maßnahmen, Information und Beteiligung.

Als Cluster-Direktor bei ACHAT Hotels setze ich diesen persönlichen Ansatz vor allem in den von mir verantworteten Hotels um. Im Mittelpunkt stehen für mich beispielsweise der bewusste Umgang mit Energie und Wasser, die Vermeidung von Food Waste, die Weiterentwicklung unserer Frühstücksangebote, regionale Produkte, Housekeeping-Prozesse sowie die Sensibilisierung von Gästen und Mitarbeitenden.

Eine besondere Rolle spielen dabei meine Teams. In Briefings, Teammeetings und Schulungen besprechen wir konkrete Themen aus dem Hotelalltag und entwickeln Ideen gemeinsam weiter.

Auf Gruppenebene ist Nachhaltigkeit bei ACHAT organisatorisch verankert. Blanche v. Bodman, unsere ESG-Beauftragte und ein bereichsübergreifendes Nachhaltigkeitsteam begleiten die weitere ESG-Arbeit. ACHAT erfasst relevante Kennzahlen und Auswirkungen, entwickelt Ziele und Maßnahmen und berichtet strukturiert darüber. Für das Berichtsjahr 2024 wurden erstmals ein VSME-Nachhaltigkeitsbericht und eine gruppenweite Klimabilanz erstellt.

Meine Aufgabe als Hoteldirektor sehe ich darin, diese übergeordnete Arbeit in meinen Verantwortungsbereichen in den Hotelalltag zu übersetzen und gemeinsam mit meinen Teams weiterzuentwickeln.

„Silent Sustainability“ ist dabei mein persönlicher Ansatz für die Gästekommunikation und operative Umsetzung: konkret informieren, Möglichkeiten schaffen und Menschen einbeziehen – ohne erhobenen Zeigefinger.

Achat Hotels

Fragen an Tom Rösgen

Bildung und Sensibilisierung spielen für mich eine zentrale Rolle. Meine Erfahrung ist: Maßnahmen funktionieren besser, wenn Mitarbeitende nachvollziehen können, warum wir bestimmte Themen angehen und wenn sie ihre eigenen Erfahrungen und Ideen einbringen können.

Dabei ist mir der Austausch zwischen unterschiedlichen Bereichen wichtig. Mitarbeitende aus Housekeeping, Küche, Service, Technik, Einkauf, Front Office und Management erleben Abläufe aus verschiedenen Perspektiven. Dieses Wissen aus dem täglichen Hotelbetrieb hilft uns dabei, konkrete Möglichkeiten zu erkennen und Maßnahmen gemeinsam weiterzuentwickeln.

Auch externe Impulse können dabei wertvoll sein. So haben beispielsweise Workshops mit Mareike Reis und ihrer Housekeeping Akademie zusätzliche Perspektiven für unsere Arbeit geliefert.

Auch Gäste möchte ich einbeziehen – allerdings ohne ihnen vorzuschreiben, wie sie sich verhalten sollen. Mir ist eine konkrete und verständliche Kommunikation wichtig: Was machen wir? Warum machen wir es? Und wo haben Gäste selbst eine Wahlmöglichkeit?

Genau darin liegt für mich der Gedanke hinter „Silent Sustainability“: informieren, Möglichkeiten schaffen und zur Beteiligung einladen, ohne zu belehren.

Mich beschäftigt schon lange die Frage, wie sich Hotellerie weiterentwickeln kann, ohne das aus den Augen zu verlieren, worum es am Ende geht: Menschen, Gastfreundschaft und ein gut funktionierender Hotelbetrieb.

Als Hotelier und Küchenmeister erlebe ich täglich, wie viele Entscheidungen im Hotel mit Lebensmitteln, Energie, Wasser, Materialien, Mitarbeitenden und natürlich unseren Gästen verbunden sind.

Durch mein Psychologiestudium interessiert mich zusätzlich, wie Menschen Veränderungen wahrnehmen und was dazu beiträgt, dass sie neue Wege mitgehen.

Daraus ist meine persönliche Herangehensweise entstanden, die ich „Silent Sustainability“ nenne. Für mich bedeutet sie nicht, Nachhaltigkeit unsichtbar zu machen. Vielmehr geht es mir darum, konkrete Maßnahmen selbstverständlich in den Hotelalltag einzubinden und gleichzeitig nachvollziehbar darüber zu kommunizieren.

Dabei ist mir die Perspektive meiner Mitarbeitenden besonders wichtig. Die Kolleginnen wissen sehr genau, wie Abläufe funktionieren und wo Möglichkeiten für Veränderungen liegen.

Gleichzeitig bin ich als Hoteldirektor Teil der gruppenweiten ESG-Arbeit von ACHAT. Für mich gehören deshalb beide Perspektiven zusammen: eine gemeinsame Struktur im Unternehmen und die Erfahrungen aus dem täglichen Hotelbetrieb.

Meine Motivation ist, beides miteinander zu verbinden und gemeinsam mit meinen Teams daran zu arbeiten, konkrete Maßnahmen weiterzuentwickeln.

Ich sehe meine Rolle vor allem als operativen Impulsgeber und Mitgestalter.

Für mich gehört es zur Weiterentwicklung der Hotellerie, wirtschaftliche Anforderungen, Gastfreundschaft und ESG-Themen gemeinsam zu betrachten. Entscheidend ist dabei, dass Maßnahmen nicht isoliert entstehen, sondern unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen – von der gruppenweiten Steuerung bis zu den Erfahrungen der Mitarbeitenden im täglichen Hotelbetrieb.

Dabei möchte ich auch den Blick auf Daten und Entwicklungen weiter stärken. Sie helfen uns zu verstehen, wo wir stehen, welche Themen wir beeinflussen können und wo weitere Maßnahmen sinnvoll sein können.

Für meine Arbeit sind dabei drei Prinzipien entscheidend:

Verstehen. Mitarbeitende sollten nachvollziehen können, warum wir bestimmte Themen angehen. Wissen, Austausch und der Blick auf konkrete Daten und Abläufe helfen uns dabei, gemeinsam gute Entscheidungen zu treffen.

Mitgestalten. Viele gute Ansätze entstehen direkt im Hotelalltag. Deshalb ist mir wichtig, die Erfahrungen meiner Teams einzubeziehen, Maßnahmen gemeinsam weiterzuentwickeln und zu betrachten, was sich in der Praxis bewährt.

Vorleben. Als Führungskraft möchte ich nicht nur Erwartungen formulieren, sondern Verantwortung übernehmen und die Themen, die mir wichtig sind, selbst glaubwürdig vertreten.

Mein Ziel ist mit meinen Teams konkret hinschauen: Wo stehen wir? Was können wir beeinflussen? Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Und wie entwickelt sich das, was wir umsetzen?

Damit verstehe ich meine Arbeit als Teil der ESG-Arbeit von ACHAT: Die gruppenweite Struktur schafft einen gemeinsamen Rahmen, gleichzeitig fließen Erfahrungen und Ideen aus dem Hotelbetrieb in die weitere Entwicklung ein.

Die Sustainable Development Goals von Tom Rösgen

Wie sorgst Du in Deinem Unternehmen für das Wohlbefinden Deiner Mitarbeiter/Gäste? 

Als Hoteldirektor sind für mich Gastfreundschaft und das Wohlbefinden meiner Mitarbeitenden eng miteinander verbunden. Ein gutes Gästeerlebnis entsteht aus meiner Sicht dort, wo Mitarbeitende Verantwortung übernehmen, ihre Erfahrungen einbringen können und wertschätzend miteinander arbeiten.

In den von mir verantworteten Hotels setze ich deshalb auf regelmäßigen Austausch mit meinen Teams. Mir ist wichtig, unterschiedliche Perspektiven aus den Fachbereichen aufzunehmen und gemeinsam zu überlegen, wie wir Abläufe weiterentwickeln können.

Als Küchenmeister liegt mir außerdem unser gastronomisches Angebot besonders am Herzen. Dazu gehören beispielsweise vegetarische und vegane Optionen, ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln und – wo es für unsere Häuser sinnvoll und umsetzbar ist – die Zusammenarbeit mit regionalen Anbietern.

Aktuell entstehen beispielsweise Hochbeete, aus denen Kräuter direkt in der Küche verwendet werden können. Solche konkreten Projekte zeigen für mich, wie sich Ideen aus dem Team, Qualität und das Erlebnis unserer Gäste miteinander verbinden lassen.

Auf Gruppenebene ergänzt ACHAT diese Arbeit durch Strukturen und Angebote rund um Mitarbeiterentwicklung, Gesundheit, Beteiligung und Austausch.

Inwiefern förderst Du Bildung und Weiterbildung in Deinem Unternehmen oder Deiner Gemeinschaft?

Bildung und Weiterentwicklung gehören für mich zu guter Führung. In den von mir verantworteten Hotels fördere ich deshalb Weiterbildungen und den regelmäßigen Austausch in den Teams.

Dazu gehören interne Schulungen und Briefings zu relevanten ESG-Themen genauso wie die persönliche und fachliche Entwicklung meiner Mitarbeitenden. So habe ich beispielsweise vier Mitarbeitende bei ihrer AEVO-Ausbildung unterstützt und die Weiterbildung einer Mitarbeiterin zur geprüften Nachhaltigkeitsmanagerin an der DHA gefördert.

Außerdem ist mir wichtig, Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen einzubeziehen und ihre Erfahrungen und Ideen aufzugreifen. Formate wie die „Idee des Monats“ können dabei helfen, Eigeninitiative zu fördern und gute Vorschläge aus den Teams sichtbar zu machen.

Wie förderst Du menschenwürdige Arbeitsbedingungen und wirtschaftliches Wachstum in Deiner Branche? 

Für mich beginnt das bei der täglichen Führung. Ein respektvoller Umgang, offene Kommunikation und die persönliche und fachliche Entwicklung meiner Mitarbeitenden sind mir dabei besonders wichtig.

Ich möchte Talente erkennen, Verantwortung ermöglichen und Mitarbeitende bei ihrer Weiterentwicklung unterstützen – zum Beispiel bei der AEVO-Ausbildung.

Gleichzeitig geht es für mich darum, gemeinsam mit meinen Teams Lösungen zu entwickeln, die im Hotelalltag funktionieren und wirtschaftlich tragfähig sind. Wertschätzende Führung, gute Zusammenarbeit und eine erfolgreiche Entwicklung des Hotelbetriebs gehören für mich zusammen.

Wie stellst Du sicher, dass Deine Produkte und Dienstleistungen nachhaltig sind? 

Ich würde Produkte oder Dienstleistungen nicht pauschal als „nachhaltig“ bezeichnen. Mir ist wichtiger, konkret hinzuschauen: Wo entstehen Auswirkungen und was können wir in unseren Abläufen beeinflussen?

In meinen Verantwortungsbereichen geht es dabei zum Beispiel um Lebensmittel, Warenflüsse, Einkauf, Lagerung und Abfall. Wir betrachten Bestände und Bedarfe regelmäßig und arbeiten daran, Lebensmittelabfälle möglichst zu vermeiden. Überschüssige, noch einwandfreie Lebensmittel können in teilnehmenden ACHAT Hotels beispielsweise über Too Good To Go weitergegeben werden. Das ist auch Bestandteil unserer gruppenweiten Nachhaltigkeitsarbeit.

Für mich geht es also weniger um ein Etikett, sondern darum, konkrete Maßnahmen gemeinsam mit den Teams weiterzuentwickeln und zu schauen, was sie bewirken.

Welche spezifischen Maßnahmen hast Du ergriffen, um den Klimawandel zu bekämpfen?

Als Hoteldirektor schaue ich vor allem darauf, wo wir in unseren Verantwortungsbereichen konkret Einfluss nehmen können.

Dazu gehören für mich beispielsweise der bewusste Umgang mit Energie und Wasser, die Vermeidung von Lebensmittelabfällen, eine bedarfsgerechte Einkaufs- und Warenplanung sowie die Sensibilisierung und Einbindung meiner Mitarbeitenden. Wo es sinnvoll und umsetzbar ist, betrachten wir auch regionale Bezugsquellen und Lieferwege.

Gleichzeitig ist diese Arbeit in die gruppenweite ESG-Arbeit von ACHAT eingebunden. Mit unserer Klimabilanz 2024 haben wir erstmals eine gemeinsame Datengrundlage geschaffen, die uns hilft, Emissionsquellen und unsere unterschiedlichen Einflussmöglichkeiten besser zu verstehen.

Mir ist dabei wichtig, nicht jede einzelne Maßnahme gleich als großen Klimaerfolg darzustellen, sondern konkret zu schauen: Wo stehen wir? Was können wir beeinflussen? Und wo können wir uns weiterentwickeln?

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Eingereicht von

Tom Rösgen

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